Was bei uns los ist
News vom Marketing-Club Neckar-Alb
Zwei Clubs am dritten Ort
MCNA vor Ort // Mai 2025
"Es macht am meisten Spaß, wenn bei uns ganz unterschiedliche Gruppen zusammentreffen und miteinander ins Gespräch kommen", fasste Alexander Blum zusammen, was ihn an der von ihm selbst kuratierten Stihl Markenwelt in Waiblingen besonders fasziniert. Nun ja, so völlig fremd waren sich die Marketing-Clubs Stuttgart-Heilbronn und Neckar-Alb nicht, als sie im Mai zur gemeinsamen Tour durch die noch recht neue Mischung aus Firmenmuseum, Produktschau und Naturkundeunterricht schritten. Gesprächsthemen entwickelten sich unterwegs und es gab auch einiges zu lernen, etwa über Waldbaden, Holzfällen als Leistungssport, Ruheforste oder wie man einen Traktor – für 15 Jahre das größte Stihl-Gerät – vertikal an die Wand montiert.
Die Stihl Markenwelt will ein so genannter dritter Ort sein, wie Blum in seiner Einführung erklärte: Ein Ort außerhalb von Arbeit und Zuhause, an dem Menschen gerne zusammenkommen, am besten regelmäßig: "Uns ist es lieber, Besucher zweimal im Jahr zu begrüßen, als nur alle zwei Jahre", verwies Blum auf ein vielfältiges Veranstaltungsangebot, das vom Kurs zum Kettenschärfen bis hin zu Konzerten reiche. Dabei definierte er drei Zielgruppen der Markenwelt: Fachhändler oder auch Mitarbeiter ohne eigenen Wald und Garten bekommen im Neubau an der Rems Gelegenheit, die Kettensägen in die Hand zu nehmen und in die Unternehmensgeschichte einzutauchen. Profis aus der Forstwirtschaft oder dem Garten- und Landschaftsbau bringen sich auf den neuesten Stand der Technik. Besonders die "Sonntagsbesucher", laut Blum Familien, Schulklassen und Endkunden, sprechen die interaktiven Elemente und multimediale Installationen zum Forst als Natur- und Wirtschaftsraum an. Dass man auf Teilen der Fläche Stihl nicht vor lauter Bäumen sieht, ist Teil des didaktischen Konzepts. "Wenn wir als Stihl den Wald erklären, funktioniert das nicht", sagte Blum. Darum habe Stihl wissenschaftliche Expertise von der Universität Freiburg hinzugezogen, wo es um Themen wie Mikroklima und Borkenkäfer geht. Zu den Prunkstücken der Technik-Sammlung zählte zweifellos die 46 Kilogramm schwere Zweimann-Säge, die erstmals motorisiertes Arbeiten im Wald ermöglichte – gemäß der Vorgabe von Firmengründer Andreas Stihl, Menschen durch Innovationen die Arbeit zu erleichtern. Allerdings lieferte die fast 100-jährige Firmengeschichte auch einige Exponate abseits der einschlägigen Wald- und Wiesenthemen wie Waschmaschinen-Antriebe oder ein Go-Kart, das mit optimiertem Stihl-Motor zwei Deutsche Meisterschaften einfuhr.
Michael Schattenmann, Leiter der Unternehmenskommunikation und selbst seit rund einem Jahr bei Stihl, räumte angesichts der Produktvielfalt ein, erst vor Kurzem gelernt zu haben, dass man sogar für "exzellente Hochdruckreiniger" die B14 nicht weiter nach Norden fahren müsse. Stihls Kundenkreis beschrieb er als professionelle Anwender – "oder zumindest solche, die sich dafür ausstatten möchten", wie er verschmitzt anmerkte. Der Vertrieb erfolge über rund 52.000 Fachhändler in 160 Ländern. Viele der Importeure seien Familienbetriebe wie Stihl selbst. Trotz des seit längerer Zeit externen Managements betonte Schattenmann mehrfach den Begriff des Familienunternehmens. Dass der über 90-jährige Hans Peter Stihl, der die Internationalisierung der Marke maßgeblich vorangetrieben habe, immer noch täglich im Unternehmen präsent sei, nannte Schattenmann "erbaulich". Tradition sei indes nicht alles, gab Schattenmann zu bedenken: "Technologieführerschaft muss immer wieder neu erarbeitet werden." Die Frage nach Verbrennungsmotoren oder Akku-Antrieb beantwortete Schattenmann global uneinheitlich, in Deutschland gehe der Trend aber eindeutig zur Batterie, was sich während der Pandemie verstärkt habe: "Man durfte nicht fliegen, aber man durfte in den Garten", erklärte Schattenmann ein Absatz-Phänomen in den vergangenen Jahren, das nun abflache, "weil unsere Produkte leider länger als zwei Jahre halten." Und als Übung zur Demut empfahl er scherzhaft, sich unter die Timbersports-Athleten zu mischen, deren Wettkämpfe im Sägen, Hacken und Balancieren Stihl seit den 80er-Jahren unterstützt: "Da fühlt man sich schmächtig und klein."
Freilich darf so ein gemeinsamer Club-Abend nicht rein unter Gesichtspunkten von Wettbewerb und höher, schneller, weiter gesehen werden. Philipp Sautter, Vorstandmitglied des MC Stuttgart-Heilbronn, fiel es leicht, den Gastgebern dafür zu danken, dass Stihl die beiden Marketing-Clubs zusammengebracht habe. (Der MC Neckar-Alb hatte übrigens zuerst nach einem Termin gefragt.)