Was bei uns los ist
News vom Marketing-Club Neckar-Alb
Die Baustelle als Schaustelle
MCNA vor Ort // Mai 2026
Wenn eine Spinnerei neue konkrete Formen annimmt, dann ist das gelungener Strukturwandel. Was Fiedler Gewerbeimmobilien seit 2024 aus Gelände und Gebäuden der ehemaligen Wannweiler Textilfabrik macht, durfte der Marketing-Club im Mai erkunden.
Ein wenig Phantasie und den Blick auf die Pläne brauchte es noch, um zu erkennen, was derzeit auf der Industriebrache an der Echaz entsteht: Die Fiedler-Geschäftsführer Johannes Fiedler und Jannis Rotar führten die Besucher über die begehbaren Teile des Areals - das Obergeschoss des Batteur-Gebäudes gehörte nicht dazu, weil der Estrich frisch gegossen war. Wo bis Mitte der 80er Jahre Baumwolle gebrochen wurde, zieht ein Handel mit Pharmazeutika und Medizintechnik ein. Die Lastwagen-Andienung stand bereits, der Innenausbau mit den Ansprüchen des Mieters gerechter Klimatisierung hatte bereits angefangen. Wie Johannes Fiedler erklärte, sei der Aufwand bei einem Vertrag von 10 Jahren Laufzeit mit Kaufoption für den Vermieter machbar. Neben den Finanzen sei auch die Logistik eine Herausforderung, da bis zu 50 Handwerker zeitgleich aktiv seien.
Was sie im ehemaligen Ballenmagazin und im Verwaltungsgebäude vorhat, erklärte Janine Postweiler selbst. Die zweite Hauptmieterin auf dem Gelände verbindet in ihrem Konzept Physiotherapie und Fitnessstudio sowie Eventlocation, Café und Fotostudio. Strom und Heizung für alle Aktivitäten kommen letztlich aus der Echaz: Das Wasserkraftwerk mit "Turbinen aus dem Jahr 1904", so Rotar, wird Wärmepumpen antreiben. Neben der Nachhaltigkeit stellte Johannes Fiedler immer wieder die Aufenthaltsqualität auf dem weitläufigen Gelände heraus, auf dem er neben den teils über 100 Jahre alten Gebäuden auch ein Schwimmbecken und Tennisplätze "entdeckt" habe. Club-Mitglied Dieter Wetzel erzählte, wie er früher selber eine Rinderherde zwischen zwei Weiden auf dem Areal hin- und hergetrieben habe.
Die Besuchergruppe hielt indes Gerhard Fiedler, Gründer des Immobilienentwicklers, zusammen. Er gab auch eine erste technische Erklärung, warum sich für die riesige Produktionshalle noch keine Nutzung gefunden habe: Für moderne Maschinen passen Deckenhöhe und Abstände der inneren Stützen nicht. Johannes Fiedler ergänzte den technischen Aspekt mit dem Hinweis auf den fortschreitenden Wandel, indem er einige große Betriebe aufzählte, von denen seit kurzem in der Gegend nur noch der Name nachhallt und schloss: “Vor vier Jahren hätte es für die Fläche auch so Nachfrage gegeben.”