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JUNI 2012 _ Flughafen Stuttgart

Schüco - vom Spezialisten für Fenster zum grünen Technologie-Unternehmen

Mitglieder des Marketing-Club Neckar-Alb haben ihren Kollegen aus anderen Regionen manchmal etwas voraus. Wer Ende 2010 in Bodelshausen bei Joma-Polytec dabei war, hatte schon gesehen, wo der Deutsche Marketingpreisträger 2011 Kunststoffkomponenten spritzgießen lässt. Bei der gemeinsamen Präsentation am Landesflughafen mit den Clubs aus Stuttgart und Heilbronn brachte Schüco-Marketingdirektorin Tanja Brinks dann aber alle Zuhörer auf den gleichen Stand, was die Bestandteile des ausgezichneten Markenauftritts betrifft.

Zur Einstimmung in den Abend wurde Gastgeber Walter Schoefer, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, erstmal grundsätzlich und metropolregional-infrastrukturpolitisch. Die Diskussion um Projekte wie Stuttgart 21, das viel zu sehr auf den Talkessel bezogen werde, dürfe man nicht den Gegnern überlassen. Deshalb seien neue Formen von Projektmarketing gefragt. Den Filderdialog zur Anbindung des Flughafens an das Fernverkehrsnetz der Bahn nannte Schofer als vorbildlich, so lange nicht Vertreter von Verbänden, Interessensgruppen und Parteien das Wort führten: "Die Bürger haben freies Denken reingebracht." Für den eigenen Standort zeichnete Schoefer "viele Entwicklungsmöglichkeiten entlang der neuen Strecken" auf. So seien für die Airport-City "hochwertige Büroflächen", ein weiteres Kongress-Hotel und ein neues Bus-Terminal geplant. Der Investitionsrahmen liege bis zum Jahr 2020 bei 500 Millionen Euro. Der Flughafen selbst wandle sich bereits seit vielen Jahren zum "Green Airport", wo alternative Antriebsmodelle und Nachhaltigkeitskonzepte vorangetrieben würden, bot Schoefer schließlich Brinks eine passgenaue Anschlussmöglichkeit.

Die Schüco International KG - Theorien zur Bielefeld-Verschwörung entkräftet der Firmenname nicht - sei schon seit über 60 Jahren in den Bereichen Umweltschutz und Wärmedämmung aktiv, sagte Brinks. Nur sei dies lange Zeit so im Markenauftritt nicht wahrnehmbar gewesen. Noch weit in den 90er-Jahren habe das Unternehmen prominente Sportler wie Franz Beckenbauer und Franziska van Almsick für sich in der Werbung sprechen lassen und damit an wichtigen Zielgruppen wie Architekten vorbei geredet.  Das Thema Klimawandel und die aufkommende Solartechnik hätten letztlich zur positiven Wende in der Darstellung des aus dem Stahl- und Fensterbau kommenden Unternehmens geführt. "Unsere Daseinsberechtigung beziehen wir daraus, dass wir die Bereiche Energie gewinnen, Energie sparen und Energie vernetzen als Systemanbieter für Gebäudehüllen zusammenführen." Das technisch geprägte Auftreten habe Schüco im Jahr 2004 gewandelt und mit Emotionen aufgeladen : "Wir haben in unseren Spots Kinder sagen lassen, dass das Öl knapp wird, die Sonne aber noch 5 Milliarden Jahre scheint." Diese Kampagen sei in allen Ländern mit Endkundengeschäft so gut gelaufen, dass Schüco noch ein Schritt weiter gegangen sei. Das "maskulin-technische " dunkle Logo sei durch ein Zeichen in grau und grün als Verbindung von Natur und Technik sowie den Globus als Symbol der Verantwortung für das Klima abgelöst worden. Dass der Kurs richtig war belegte sie an Zahlen: "2002 lag unser Gesamtumsatz bei 1,14 Milliarden Euro, aktuell sind es 2,4 Milliarden Euro bei einem Anteil von 44 Prozent der Sparte Solar."Den Umbruch habe Schüco auch beim Sposoring vollzogen: 2008 sei das Unternehmen aus der Formel 1 aus- und in den Golfsport eingestiegen. "Auch dort können wir wieder Technik und Natur verbinden - außerdem ist das Hamburger Turnier ein riesiger B2B-Marktplatz und wir sprechen auch noch die zahlungskräftige Kundschaft an", erklärte Brinks. Dass ein Sponsor Erfolg je nach Sportart unterschiedlich definiert, offenbarte sie am  Schluss mit Blick auf die heimische Alm. "Die Arminia wird wieder kommen." Als Destination meinte sie dabei nicht unbedingt das Waldau-Stadion in der anstehenden Saison.

Foto: Seliger

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