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JULI 2012 _ Künkele Mühle, Bad Urach

30 Jahre Marketing-Club Neckar-Alb: Mit hohem Drehmoment nach vorn

Bei der Sommerlounge, gleichzeitig die um ein paar Monate vorverlegte Jubiläumsfeier zu 30 Jahren Marketing-Club Neckar-Alb, passte wirklich alles: Bestes Wetter, die Straßenbaustelle von Bad Urach bis zur Künkele Mühle war durchgehend befahrbar und Club-Präsident Prof. Dr. Gerhard Braun hatte seine Hausaufgaben gemacht. Knapp fünf Jahre zuvor im Landestheater Tübingen hatte Club-Gründungspräsident Dr. Elmar L. Bültmann seinem dann amtierenden Nachfolger auferlegt, beim nächsten Jubiläum nach vorne zu schauen. Braun ging diese Herausforderung offensiv an. Nach dem Motto: "Zum Marketing gehört es auch, die richtigen Fragen zu stellen" richtete er den Blick auf  das künftige Programm und die Ausrichtung des  Clubs, mit seinen rund 250 Mitgliedern. Demnach sollen die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch unter Marketing-Praktikern weiterhin die  zentralen Punkte im Club-Geschehen sein.

Karl-Georg Musiol, Präsident des Deutschen Marketing-Verbandes, griff in seinem Vortrag schon etwas tiefer in die Vergangenheit, allerdings vor allem, um die aktuelle Situation zu verdeutlichen. "Wir sind heute von einer Million Marken in Deutschland umzingelt, selbst das Hundefutter will unser Freund sein." Dem auszuwertenden Datenwust aus den elektronischen Medien stehe eine zunehmende Austauschbarkeit von Marken gegenüber.  Das althergebrachte Kommunikationsmodell von Sender-Botschaft-Empfänger unterliege einem Paradigmenwechsel, "wenn Sie alles umgehend sharen oder disliken können." Darum stelle  sich der Marketing-Dachverband inhaltlich neu auf und biete nun den über 14.000 Mitgliedern in den 66 Clubs "eine gemeinsame Plattform für strategische Partnerschaften." Einzelne projektbezogene Kooperationen mit Unternehmen nähmen bereits Gestalt an, berichtete Musiol, "wir hätten aber auch gerne fünf Partneruniversitäten."

Zum Abschluss des offiziellen Teils gab es in der Präsentation von Leonhard Graf von Harrach nicht nur etwas zu sehen und zu hören, sondern auch etwas anzufassen. Nur hineinsetzen mochten sich nur wenige, denn der Tesla Roadster, mit dem von Harrach aus München angereist war, vermittelte einen sehr sportlichen Eindruck. Mit dem Modell S, aktuell auf den Markt kommenden Limousine, solle der Einstieg bequemer werden - mit einem Preis von rund 60.000 US-Dollar auch in finanzieller Hinsicht, versprach von Harrach, die Reichweite soll bei rund 450 Kilometern liegen. Als die "von den großen Konzernen unabhängigen kalifornischen Ingenieure" 2006 den Roadster auf die Straße brachten, sei es vor allem um den Beweis gegangen, dass das  Elektroauto bereits praxistauglich und marktfähig sei. Ein exklusiver Sportwagen in kleiner Stückzahl sei angesichts der hohen Entwicklungskosten das Mittel der Wahl gewesen. Zudem habe das Fahrzeug unkonventionell denkende Kunden angesprochen, die für die Marke einen gewissen missionarischen Eifer an den Tag legten. 2016 wolle Tesla Motors das erste Volumenmodell in Form eines Kleinwagens herausbringen. "Dafür hat das Unternehmen von Toyota den größten Produktionsbetrieb in den USA übernommen." Für die Branchengrößen habe sich Tesla mittlerweile zum ernstzunehmenden Partner entwickelt: An Daimler und Toyota lieferten die Amerikaner Antriebsstränge, zudem habe auch Panasonic durch eine  Minderheitsbeteiligung mit Tesla angebandelt.  Selbstverständlich versäumte es von Harrach nicht, die ökologischen wie ökonomischen Vorteile eines Elektroantriebs gegenüber Benzin, Diesel oder Hybrid herauszustellen. Verschleiß sowie die Kosten für Wartung und Energie seien viel niedriger. Und selbst beim konventionellen Strommix aus der Steckdose setze der Tesla die Primärenergie klimafreundlicher um, als ein Auto mit sparsamem Verbrennungsmotor. Die Sticheleien bezüglich Abgasschwaden und Motorenlärm, die von Harrach gegen so manches "Stück zurückgebliebene Technik" auf dem Parkplatz abgab, nahmen ihm die Club-Mitglieder nicht krumm - zu seinem Glück, denn die Batterie seines Flitzers braucht einige Stunden zum Aufladen.

Fotos: Seliger

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