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rückblick

SEPTEMBER 2012 _ dataTec GmbH, Reutlingen

dataTec: Mitarbeiter als Markenbotschafter

Mit Zuckerwerk und Gaspedal

"Messbar mehr" lautet der Claim der Gastgeber Ursula und Hans Steiner, die den Marketing-Club Neckar-Alb nach der Sommerpause bei der Reutlinger dataTec GmbH  begrüßten. Fast unüberschaubar viele Club-Mitglieder bewegten sich ins Industriegebiet Mark-West - kein Wunder, denn Motivation war das Kernthema des Abends.

"dataTec hat kein eigenes Produkt  - der Erfolg muss also am Marketing liegen", versprach Club-Präsident Prof. Dr. Gerhard Braun zur Begrüßung dem fachkundigen Publikum tiefe Einblicke in die Materie.  Firmengründer Hans Steiner, der sein Unternehmen seit 1994 von fast null auf mittlerweile über 100 Mitarbeiter vorangetrieben hat, bestätigte die Erwartungen. Allerdings ging es in den Vorträgen von Steiner und seinem Marketing-Mann Roland Bertler weniger um die technisch überzeugenden Mess- und Prüfgeräte, mit denen das Unternehmen nach eigenen Angaben als Marktführer in Deutschland handelt.  Vielmehr standen die Mitarbeiter im Vordergrund, besonders diejenigen, die, so Steiner, "vom dataTec-Virus angesteckt sind."

Steiner machte keinen Hehl daraus, dass er seiner Belegschaft viel abverlangt und Leistungsunterschiede nicht zudecken lässt. So sei die Auswahl der Mitarbeiter, die am Clubabend teilnehmen durften, sehr bewusst erfolgt und im Unternehmen durchaus registriert worden: "Da werden wir in nächster Zeit einige Gespräche führen müssen", erklärte Steiner, dass die Balance zwischen Anforderungen und Anerkennung nur durch intensive Personalarbeit zu erreichen sei.

Prämien wie ein Wochende mit dem Sportwagen des Chefs und andere den internen Wettbewerb befördernde Reize sind demnach nur ein Aspekt des Arbeitsumfelds bei dataTec. "Wer immer Vollgas verlangt, muss auch was bieten", sagte Bertler. Dies fange bei der intensiven Einarbeitung neuer Mitarbeiter an, die vom Chef mit Süßigkeiten an einem vollständig eingerichteten Arbeitsplatz willkommen geheißen würden. Wertschätzung und Integration in den Betrieb beförderten Leistungsbereitschaft und Stolz auf die Firma. Steiner und Bertler berichteten von einem ganzen Katalog gemeinsamer Sport- und Freizeitaktivitäten, die von den dataTec-Mitarbeitern selbst organisiert werden. In jedes neue Geschäftsjahr gehe es mit einem Kick-off , einer Präsentation der Ziele, die in eine Party münde. Die gemeinsame Weihnachtsfeier sei schon immer ein Pflichttermin. Auf diese Art erhielten beispielsweise die Mitarbeiterinnen im Callcenter den notwendigen Rückhalt, wenn die  Verkaufsgespräche oft auch noch so frustrierend verliefen. "Wir wachsen in einem schrumpfenden Markt", wie Steiner auf die speziellen Rahmenbedingungen in seiner Branche hin. Viele Mitbewerber hätten sich in den vergangenen Jahren mit ruinösen Rabatten selbst aus dem Markt genommen. Bei dataTec seien Preisnachlässe nicht drin. Das Unternehmen leiste sich stattdessen ein großes Lager und hohe Fachkompetenz. "Wir verstehen uns als Treuhänder unserer Kunden", brachte Steiner sein Selbstverständnis beim Rundgang durch das Firmengebäude auf den Punkt. Beratung auf dem neuesten technischen Stand vor und nach dem Kauf sowie ein Reparaturservice "bei dem wir eigentlich drauflegen" hielten die Kundschaft bei der Stange. Auch der "Qualitäts-Check" im Lager erfülle hierbei seinen Zweck, um weitere Bestellungen zu generieren: Jeder Karton wird geöffnet, nicht etwa nur, um den Inhalt zu prüfen, sondern auch, um jedes einzelne Gerät mit einem dataTec-Aufkleber zu versehen. Damit war Brauns Einführung ein Stück weit widerlegt, denn eigentlich versendet dataTec ohne Entwicklungs- und Produktionsabteilung doch nur eigene Produkte.

Fotos: Seliger

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