Für Mitglieder

rückblick

JULI 2016 _ Hopfenburg Münsingen

Sommerlounge 2016

Bodennahe Eselei

"Nun sind wir da, wo die coolen Camper wohnen", begrüßte Moderator Thilo Schmid die über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Sommer-Lounge auf dem Münsinger Hofgut Hopfenburg. Dass es sich immer noch um eine Veranstaltung des Marketing-Clubs Neckar-Alb handelte, klang in diesem Satz an, denn das Buch "Cool Camping" ist nur eines von vielen Verzeichnissen, mit dem das Ehepaar Anna-Maria Jenny und Andreas Hartmaier Gäste auf die Alb lockt. "Vor fünf Jahren haben wir angefangen, mit 7.500 Übernachtungen im ersten Jahre. Jetzt sind wir bei über 27.000", belegte der Gutsherr die stetige Entwicklung in der Gründungs- und Festigungsphase mit stattlichen Zahlen.

"Dafür, dass wir nicht nur uns, sondern auch die Schwäbische Alb bewerben mussten, läuft's ganz gut", kam Hartmaier, eigentlich im Hauptberuf Architekt, auf die Motivation zu sprechen, die ihn in Landwirtschaft und Gastgewerbe getrieben hatte. Maßgeblich an der Konzeption beteiligt, waren Hartmaier bei der Umsetzung des Biosphären-Konzepts zu viele gute Ideen auf der Strecke geblieben. So sah er sich genötigt, zu zeigen, "was noch alles geht. Als dann die Bank die Finanzierung zusagte, da musste ich da durch." Der Innovative Ansatz sei  dem Standort schon immanent gewesen, erklärte Hartmaier: Eigens dafür aus Allmendflächen zusammengezogen, hatte hier einst ein Hochschulabsolvent die moderne Landwirtschaft auf die Alb gebracht. Was er selbst mit dem Hof anfangen wollte, fiel Hartmaier bei einer Autofahrt ein. "Die Vorgabe war, dass die Nutzung bodennah sein müsse, das hätten auch ein Friedhof oder eine Baumschule sein können." Es wurde dann doch der Campingplatz mit Gastronomie und außergewöhnlicher Beherbergung. Jurten, Tipis, Schäferkarren und Zirkuswagen kommen mit den Tagungsräumen und der Festscheune, in der jährlich rund 30 Hochzeiten gefeiert werden, zusammen. 

Die Haltung alter Haustierrassen wie Waldschaf und Hinterwälder Rind zieht als zusätzliche Attraktion. Hartmaier beschrieb sie aber als persönliche Ag(g)ro-Therapie: "Wenn ich den ganzen Tag auf Baustellen unterwegs war, kann ich mich abends im Stall abreagieren." Die an dieser Stelle obligatorische Ehe-Frotzelei musste er alleine aufführen, da Anna-Maria Jenny vornehmlich mit besten Grüßen aus der Küche glänzte: "Meine Frau meint, sie hätte es hier oben mit drei Eseln zu tun." Immerhin bekamen dafür im Anschluss die beiden Poitou-Zottel Beppo und Robin ausgiebige Streicheleinheiten von den Gästen ab. 

Mit der Tierschau war der edukative Aspekt noch lange nicht erschöpft. Hartmaier berichtete, wie sein Team hunderte Obstbäume aus seltenen Sorten gepflanzt hat. "Die stehen noch alle im Erziehungsschnitt." Nachwuchs zieht die Hopfenburg auch beruflich heran, die Arbeit mit jungen Behinderten schilderte Hartmaier als Ausdruck der sozialen Verantwortung, die zum Konzept gehöre. Den größten Lernerfolg des Abends konnten dennoch seine Gäste vorweisen, von den einige erstmals Segway fuhren. Die Anleitung durch ??? und Michael Gräßler von der Römersteiner Albtour GmbH erwies sich dabei als so zielführend, dass schließlich alle unfallfrei den wohlgesetzen Tönen der Saxophonfrau Helen Hofmann ans Büffet folgten. 

© 2017 Marketing-Club Neckar-Alb e.V.