Für Mitglieder

rückblick

NOVEMBER 2015 _ Ammerbuch

Design Tech: "Mehr Erfolg durch das einzig richtige Design"

Durch den Trichter bringen

Im Prinzip gibt es im Maschinenbau drei Arten des Designs: Ingenieurs-Design, das es dem Hersteller bestenfalls ermöglicht, in einen Preiskampf gegen Wettbewerber mit gleichen Angeboten einzusteigen. Weiter gibt es attraktive Maschinen, die Auszeichnungen erhalten und es dem Hersteller ermöglichen, eine Zeit lang einen Verkaufspreis zu halten. Und dann gibt es die Gestaltung durch Design Tech in Ammerbuch, durch das sich Maschinenbauer von der Konkurrenz abheben und gezielt Marktsegmente besetzen können. So zumindest lautete der Kern der Botschaft, die Jürgen Schmid, Gründer von Design Tech, seinen Gästen beim Club-Abend im November vermittelte.

Die Frage von Moderator Prof. Dr. Gerhard Braun, wo denn eigentlich der Marketing-Kick im Maschinenbau liege, arbeitete Schmid  in seinem Vortrag konsequent, wenn auch nicht schnörkellos ab.  Von kleinen Wahrnehmungsexperimenten über Ausführungen zur Evolution von Alleinstellungsmerkmalen kam Schmid zur "Höchststrafe" für seine Branche: "Wenn ein Hersteller sagt, Design sei  nicht wichtig, denn seine Kunden entscheiden rational." An diesem Punkt hatte sich Schmid auf den Punkt warmgeredet, das zu erklären was er und seine Mitarbeiter eigentlich anbieten und wo sie den Hebel ansetzen. "Jede Entscheidung wird emotional getroffen. Auch wenn  ich meiner Frau erkläre, warum ich einen Porsche brauche." Emotionen seien indes keine Zufallsergebnis, Design Tech habe vielmehr  Werkzeuge entwickelt, "mit denen wir an die erfolgsrelevanten Themen herankommen." Schmid nannte diese Prinzip, das immer mit einer klaren Zielvorgabe starte, "Design to success". Am Anfang stehe dabei, das Hauptverkaufsargument für ein Produkt herauszustellen, "denn mit einem Ball jongliert es sich am einfachsten." Dann erstellt Design Tech ein Designprofil aus verschiedenen Aspekten, zu denen neben "selbstverständlich vorausgesetzter Funktion und Ergonomie"  die Abbildung der Marke, Materialkosten, Verkaufspreis oder auch der Erklärungsaufwand für die Verkäufer gehören können. Schmid zeichnete dazu eine Art Trichter, in den oben die unterschiedlich gewichteten Zutaten hineinkommen, aber unten eben schon feststeht, was herauskommen muss.

 "Wir hatten bislang noch keine zwei identischen Pakete", gab Schmid zu verstehen, dass es sich um detaillierte Fleißarbeit handele, bei der sich immer "einzelne Nuancen beißen."  Bis ein neu eingestellter Industriedesigner diesen Prozess verinnerlicht habe, dauere es rund drei Jahre und der Weg sei durchaus beschwerlich: "Die Methodik ist sehr trocken, aber für die Cleveren unter uns sehr nützlich." Umgekehrt verspricht Schmid seinen Kunden keine einfache Zeit, dafür aber Erfolg: "Wenn wir ein Ziel gemeinsam festgelegt haben, dann verwirklichen wir das, auch wenn ihr Blut und Wasser schwitzt." Selbst illustrierte er dieses Vorgehen am Beispiel einer Stromtankstelle, mit der ein Haustechnikhersteller ein neues Geschäftsfeld erschließen wollte. "Als ich mit der Vorstellung kam, dass so etwas von Zapfsäulen- auf Briefkastengröße schrumpfen müsse, damit man es in der Garage an die Wand hängen kann, ging dort den Ingenieuren erstmal das Messer im Sack auf." Als das Gerät dann auf den Markt kam, habe der Hersteller seine Absatzerwartung "um 1000 Prozent nach oben korrigiert - nicht schlecht, wenn man mit Erfolgsbeteiligung arbeitet", konnte sich Schmid ein Grinsen nicht verkneifen.

Komprimierung ist bei Design Tech oft ein Schlüssel zum Erfolg, Kompromisse sind es eher nicht wie Schmids Team an einigen weiteren Beispielen aufzeigte. So berichtete Anja Groß von einem Prototypen für einen 3D-Drucker, den ein Spritzguss-Spezialist in Auftrag gegeben hatte. "Die sind erstmal vom Hocker gefallen, als sie dafür Kunststoffteile extern zukaufen sollten, obwohl die selber eine große Blechverarbeitung haben." Letztendlich sei das fertige Produkt dann doch sehr ähnlich gewesen und sowohl in der Industrie als auch im Laborbereich "sehr gut angekommen." Jürgen Gehms Kurzpräsentation trug den virtuellen Titel "Der Flansch muss weg", der auch zu einem Heimwerker-Abenteuer von Heinz Becker gepasst hätte. Tatsächlich handelte es sich um Armaturen für die Gas- und Ölförderung, die vor allem Zuverlässigkeit ausstrahlen sollten. Während Produkte von Wettbewerbern nach zusammengeschraubten Rohren und Ventilen aussahen, habe man die Anlage in ein kompaktes Gehäuse mit heller Oberfläche gepackt - ein Kniff von dem Design Tech öfters Gebrauch zu machen scheint, wie an den Wänden der Räume zu sehen war und auch bei Schmid selbst, der sich vorzugsweise ganz in Weiß kleidet. Letzteres und die persönlichen Anfänge Schmids mit "Tennisschlägern und Eierkochern" sollen indes nicht bedeuten, dass Design Tech auf allen Hochzeiten tanze. "Dann hätten wir unser Spezialwissen im Maschinenbau nicht, das es nur bei uns gibt", sagte Schmid zum Schluss. 

Hintergrund:
Die nachgewiesenen Erfolge von Design Tech im umkämpften, marktorientierten Wettbewerb belegen die herausragende Bedeutung des Designs für den Produkt- und Unternehmenserfolg.

Um ihn zu erreichen, arbeitet die Design Tech nach der eigens entwickelten Innovationsstrategie "Design to success": Alle für den Produkterfolg relevanten Faktoren fließen darin ein. Design Tech ist von dessen Erfolg so überzeugt, dass das Unternehmen seinen Kunden sogar ein erfolgsabhängiges Honorarsystem anbietet.

Als einziges Industriedesign-Unternehmen der Welt hat sich Design Tech kompromisslos auf Maschinendesign spezialisiert. Keiner hat weltweit mehr Maschinen designt. Der eigentliche Wert ihrer Arbeit liegt jedoch nicht im Design! Das bekommen die Kunden sozusagen „kostenlos” obendrein. Viel weitreichender sind die strategischen Ziele, die der Kunde mit Design Tech erreicht. Wertschöpfender Mehrwert steht im Mittelpunkt der Denkansätze.

Jürgen R. Schmid, Inhaber von Design Tech, wird an diesem Abend das „einzig richtige Design“ erklären. Von ihm gestaltete Produkte erhielten über einhundertdreißig internationale Auszeichnungen.

© 2017 Marketing-Club Neckar-Alb e.V.