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OKTOBER 2015 _ Eningen u. A.

Adelhelm: „Funktionalisierung von Oberflächen – Mit Beschichtungen der Adelhelm Gruppe durch den Tag!“

Der Beschichter der Zuliefer

 

Als "echte Hidden Champions" stellte Moderator Rainer Füess die Eninger Unternehmer-Familie Adelhelm als Gastgeber des Marketing-Club Neckar-Alb im Oktober vor. "Eigentlich sollte man uns kennen, denn wir arbeiten an der Oberfläche", hielt Thomas Adelhelm scherzhaft dagegen. Tatsächlich haften die funktionalen Beschichtungen von Adelhelm auf rund 1600 verschiedenen Produkten, wobei auf den meisten nicht einmal der Name des unmittelbaren Industriekunden zu lesen ist.

Was Adelhelm an insgesamt sieben Standorten aufträgt, gibt Schräubchen in Uhrwerken halt, lässt Schrankscharniere sanft gleiten, schützt Fastfood-Freunde vor labbriger Fertigpizza und das Unternehmen selbst vor Schadensersatzforderungen von Brotfabriken, bei denen in kürzester Zeit Tonnen unverkäuflicher Ausschuss anfällt, wenn die Teiglinge an den Blechen hängen bleiben.Ob Korrosion, Kriechstrom oder unerwünschte Spiegeleffekte, die Adelhelm-Gruppe löst als Lohnbeschichter vielfältige Probleme, ohne sich dabei auf nur eine Branche oder gar einen einzigen Großkunden festzulegen. Eine Grundlage für dieses breite Spektrum liege im mit Ingenieuren besetzten Vertrieb. Indem man mit den Kunden fachlich auf Augenhöhe kommuniziere, ließen sich mehr Alleinstellungsmerkmale in der "schmalen Wertschöpfungsstufe" unterbringen, erklärte Thomas Adelhelm die Relation von Kundennutzen und selbstbewusster Preispolitik. Schwankungen wie in den Bereichen Automotive oder Ölfördertechnik könne sich das Familienunternehmen nicht komplett ausliefern, an den Kapitalmarkt wolle es nicht gehen.

Dennoch richtet sich Adelhelm in Eningen mit beträchtlichen Investitionen auf Zukunftsthemen ein: Die erst im letzten Frühjahr bezogene Firmenzentrale beherbergt Sauber- und Reinräume, die auf noch mehr Aufträge aus der Medizintechnik abzielen, für die das Unternehmen mittlerweile „als akzeptierter Anbieter“ gelte, so Thomas Adelhelm. Die Sauberkeit, die sich im Unternehmen in sparsam aufzutragenden Lacken auf der Basis von Wasser- und Zitronensäure, den die Luft filternden grünen Wänden oder  den getrennten Sozialräumen für Reinraum-Personal und Straßenstaubige abbildet, spiegelt die Produktpalette im Nassbereich wider. Zahlenmäßig weit vorne stehen dabei O-Ringe, die elektrische Zahnbürsten abdichten oder Rasierer zusammenhalten. Von letzteren seien  zuletzt pro Jahr 64 Millionen Stück durch die Maschinen gelaufen, erklärte Adelhelm, wobei er auch auf die Transportwege und Systemwechsel der unscheinbaren Kleinteile hinwies: „Die Ringe kommen aus Taiwan, werden in Eningen beschichtet und in der Volksrepublik China montiert.“ Als weitere Hygienebeispiele nannte Adelhelm die Beschichtung von Vakuum-Flugzeugtoiletten - „das spart Wasser und Gewicht“. Eine sich dosiert auflösende Ummantelung von Klosteinen „die man so mit wenig Verpackung im Supermarkt zwei Regale vom Obst weg anbieten kann“ und das Coating der Formen von Kondomherstellern führte  Thomas Adelhelm außerdem noch an.  

So breit die Palette bereits ist: Möglicherweise findet Adelhelm aber auch noch andere Anwendungmöglichkeiten für seine Entwicklungen, schließlich stamme auch die Maschine, die O-Ringe für Antiblockiersysteme bearbeitet, ursprünglich aus der Pharmaindustrie. Preis, Qualität und Know-how stellte Thomas Adelhelm anhand dieses Beispiels in direkte Beziehung  zueinander: „Jeder dieser sicherheitsrelevanten Ringe wird einzeln geprüft. Deshalb musste es uns der damit erzielte Verdienst erlauben, dafür ein eigenes Prüfgerät zu bauen.“ Trotz aller Reinlichkeit und Vorsicht wollte sich Thomas Adelhelm aber von einem in  Verruf geratenen Stoff nicht Bange machen lassen:„Ein bisschen Teflon kann eigentlich nicht schaden. Das greift die Magensäure gar nicht an.“      

 

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