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rückblick

MÄRZ 2014 _ Reutlingen

Die Marke VAUDE und ihr Marketing

Im grünen Bereich

Moderator Edgar Lehmann hatte für den Clubabend im März Aufschlüsse darüber versprochen, "wie man in einem schwierigen Markt zulegt". Weit aus dem Fenster lehnte sich der Geschäftsführer von Breuninger in Reutlingen dank seiner Insider-Kenntnisse nicht, schließlich führt das Kaufhaus die Marke VAUDE.

Referent Ralf Geiger, als Leiter des Endverbraucher-Marketings bei VAUDE vorgestellt, ging gar nicht mal so detailliert auf die Verwender von Bergsportkleidung, Ruck- und Schlafsäcken oder Radzubehör ein. Auch wenn es zehn eigene Läden gebe, sei der stationäre Fachhandel praktisch der einzige Vertriebskanal des "international aufgestellten" Unternehmens "mit Schwerpunkt in Europa", so Geiger. Der Fachhandel leiste auf der Basis ausführlicher Schulungen die Beratungsarbeit. Und diese sei auch nötig, wie Lehmann erklärte, denn im Gegensatz zu anderen Marken "für Großstadtindianer" komme VAUDE tatsächlich im Gelände zum tragen.

Differenzierung sei angebracht, wer nur seinen Hund am Waldrand ausführe, brauche nicht die aufwändig ausgerüstete Textilien wie ein Himalaya-Bergsteiger, sagte Geiger. Zweifellos strickte er hier auch etwas Eliten-Legende mit ein, was nebenbei gut zu seinen Ausführungen mit Blick auf die Social-Media-Aktivitäten von VAUDE passte. Demnach sei die höhere Aktivität der eigenen Fangemeinde im Netz höher zu bewerten, als die schiere Masse bei der Konkurrenz in den gleichen Medien.

Mit dem Thema (Roh-)Stoffe kam Geiger dann aber auf seine Kernbotschaften seines Vortrags, der spätestens ab diesem Punkt mehr an ein Downhill-Race als an eine gemütliche Mittelgebirgswanderung erinnerte. In dichter Folge reihte er die Ergebnisse von Audits, Zertifikate, Mitgliedschaften in initiativen und Auszeichnungen aneinander. Danach legt VAUDE höchsten Wert auf Energie- und Ressourceneffizienz  und einen geringen Flächenverbrauch am Standort Tettnang. Umweltschonende Transporte und Dienstreisen sowie Materialkreisläufe stehen ebenfalls oben auf der Agenda. Besondere Bedeutung maß Geiger den Umwelt- und Sozialstandards bei den Produzenten in China und Vietnam bei. Diese stellten - wie in der Branche üblich - den weit größten Teil der Angebotspalette her. Ethische und ökologische Grundsätze betrachte VAUDE jedoch als feste Bestandteile seiner Produkte und strebe dabei kontinuierlich Verbesserungen an.

Was von der Präsentation mit Sicherheit hängen blieb: Wer sich für VAUDE entscheidet, zertrampelt wahrscheinlich keine Biotope und lässt bestimmt auch nicht seinen Müll liegen - auf jeden Fall ist ein Stück gutes Gewissen mit eingepreist.

Hintergrund:
Die besten Geschichten sind die, die von einer großen Leidenschaft erzählen. Wie die Geschichte von VAUDE. Sie beginnt mit der Begeisterung von Albrecht von Dewitz für den Bergsport. In den 70er Jahren, als der Begriff "Outdoor" noch gar nicht existierte und echte Bergsportausrüstung kaum angeboten wurde, erkannte er bereits das große Marktpotenzial für diesen Bereich. 1974 gründete er das Unternehmen VAUDE, das er nach seinen Initialen v. D. (sprich [fau´de]) benennt. Aus dem Ein-Mann-Unternehmen wurde eine der führenden Bergsportmarken Europas.

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