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rückblick

FEBRUAR 2013 _ ElringKlinger AG

ElringKlinger AG: Employer Branding in der Automobilzulieferindustrie

Oligopole sind die Zukunft -
Wettbewerb um Fachkräfte ist die Gegenwart

Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG, hatte beim Februar-Termin im Ermstal nicht nur eine ganze Menge Text, sondern auch sehr viel zu sagen. Club-Schatzmeister Thilo Schmid fasste den Vortrag, der eine Werksführung durch die Dettinger Konzern-Zentrale krönte, dennoch in nur vier Wörtern zusammen: "Das war ein Feuerwerk." Das Thema "Employer Branding" nutzte Wolf für den großen Bogenschlag von der selbstbewussten Präsentation seiner offensichtlich kraftstrotzenden Unternehmensgruppe als global marktführender "bodenständiger Mittelständler" hin zu großen Fragen der Politik.

"Wenn wir für fünf Tage schließen, steht eine Woche später weltweit die Automobilproduktion zu 80 Prozent still", verdeutlichte Wolf anhand der Sparte Zylinderkopfdichtungen die Marktposition von ElringKlinger innerhalb der Branche. Wegen der zunehmenden Konzentration auf gemeinsame Plattformen in der Fahrzeugherstellung und den Umbrüchen in der Antriebstechnik verschöben sich die Machtpositionen im Automotive-Bereich von den bislang dominierenden Herstellern hin zu den zunehmend oligopolistischen Strukturen der Zulieferer.

Ein Selbstläufer sei das Geschäft im Automobil-Land Baden-Württemberg trotz der guten Aussichten dennoch nicht, sagte Wolf. Wo sich die Branche dicht zusammendränge, sei der Wettbewerb um Fachkräfte besonders hart. ElringKlinger punkte hierbei als attraktiver Arbeitgeber, der auf flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege und viel Eigenverantwortung der Mitarbeiter setze. Das Unternehmen biete  familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, Kinderbetreuung und Lebensperspektiven für junge Familien. Das durchgängige Werbekonzept präsentiere die Marke ElringKlinger als Arbeitgeber, sei es auf Jobmessen, in Anzeigenkampagnen oder auch auf den Trikots der Bundesliga-Handballer des TV Neuhausen. Alle diese Maßnahmen griffen indes nur, wenn die Mitarbeiter-Identifikation mit dem Unternehmen stimme: "Jeden Euro, den Sie da hinein investieren, bekommen Sie tausendfach zurück", erklärte Wolf das breite Engagement in die berufliche Förderung und auch in die Freizeitaktivitäten der Belegschaft.

In Sachen Nachwuchs benannte Wolf allerdings auch große Defizite. Gerade was die Naturwissenschaften anbelange, lasse die Begeisterung bei den jungen Leuten immer mehr nach. Als Indiz hierfür nannte er die kontinuierlich sinkenden Teilnehmerzahlen beim Bundeswettbewerb Mathematik. Die geringe Technik-Affinität der Mädchen und jungen Frauen führe dazu, dass politisch vorgegebene Quoten überhaupt nicht zu erfüllen seien. In der Konsequenz brauche Deutschland ein qualifiziertes Zuwanderungsgesetz, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den notwendigen technologische Vorsprung zu halten. Moderatorin Sabine Dörr hakte hier nochmal für ihren Abspann ein und verpackte darin ein Kompliment an den Gastgeber: "Viele von uns haben sich bestimmt gedacht: Hätte ich doch bloß etwas vernünftiges studiert, dann wäre ich jetzt bestimmt Ingenieur bei ElringKlinger."

Hintergrund:

ElringKlinger ist Entwicklungspartner und Serienlieferant der weltweiten Automobilindustrie. Als einer von nur wenigen Zulieferern weltweit entwickelt ElringKlinger technologisch anspruchsvolle Komponenten für alle Antriebstechnologien – sowohl für den mittels Downsizing optimierten klassischen Verbrennungsmotor als auch für die Elektromobilität im batteriegespeisten Elektromotor oder der Brennstoffzelle. Als global tätiger Entwicklungspartner und Erstausrüster werden nahezu alle Fahrzeug- und Motorenhersteller weltweit mit Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoffgehäusemodulen, Abschirmteilen für Motor, Getriebe und Abgasanlage, Abgasreinigungstechnologie sowie Batterie- und Brennstoffzellenkomponenten beliefert. Die ElringKlinger Kunststofftechnik ergänzt das Produktportfolio um Produkte aus dem Hochleistungskunststoff PTFE für Branchen auch außerhalb der Autoindustrie. ElringKlinger nutzt seine Innovationskraft gezielt für umweltgerechte Mobilität und ertragsorientiertes Wachstum.

Vita Dr. Stefan Wolf,
Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG

12.09.1961     Geboren in Leinfelden-Echterdingen
1982 - 1984    Banklehre bei der Commerzbank in Stuttgart
1984 - 1993    Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen
1993 - 1994    Promotion zum Dr. jur. am Lehrstuhl Prof. Oppermann
1993 - 1997    Rechtsanwalt bei der Stuttgarter Kanzlei Thümmel, Schütze und Partner
1997 - 1998    Eintritt in die ElringKlinger AG – Tätigkeiten in mehreren Führungsfunktionen
1998 - 2005    Bereichsleiter Recht und Personal der Elring Klinger GmbH
2003    Generalbevollmächtigter des Unternehmens
2005     Berufung in den Vorstand der ElringKlinger AG sowie Ernennung zum Sprecher des Vorstands der ElringKlinger AG
Seit 2006     Vorsitzender des Vorstands der ElringKlinger AG

Dr. Wolf ist Vorsitzender von Südwestmetall - Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.
Darüber hinaus ist er Mitglied im Vorstand des VDA (Verband der Automobilindustrie) sowie Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Reutlingen.

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