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JANUAR 2021 _ Online

artistic werbewelten: "Erfolgreiches Marketing durch virtuelle Kommunikationsplattformen"

Bigger on the Inside


Wenn bei einer Präsentation die Form dem Inhalt entspricht, kann das durchaus von Vorteil sein. Was der Messe-Dienstleister artistic werbewelten zu Jahresbeginn für den Marketing-Club Neckar-Alb ins Netz stellte, hätte nicht besser passen können: Ein Webinar über virtuelle Messen.

Catering nach individuellem Gusto, ein Platz mit bestmöglicher Sicht - wem es bei der Januar-Veranstaltung des Marketing-Clubs an Annehmlichkeiten fehlte, durfte sich getrost (selbstverständlich mit desinfiziertem Finger) an die eigene Maske tippen. "... und alle sind wir brav um 20 Uhr zu Hause, fast wie früher", begrüßte Club-Präsident Michael Rampf mit einem Hauch Sarkasmus die Mitglieder zum Januar-Termin aus dem Studio in der Messehalle des Bisinger Unternehmens: "Ich will mich daran nicht gewöhnen." Einen Vorteil gegenüber Präsenz-Veranstaltungen mit ihren räumlichen Bechränkungen erwähnte Rampf dennoch. So habe es das Pandemie-bedingt rein digitale Format ermöglicht, diesmal mehr Gäste zuzulassen. Seine Grüße gingen deshalb bis England.

Auf Anpassungsfähigkeit und mehrere Standbeine fußte Gastgeber Peter Schaal, Geschäftsführer von artistic werbewelten, seinen Optimismus. Werbetechnik und Werbeagentur funktionierten mit Einschränkungen gut. Der von der Krise stark getroffene Bereich Messebau biete durch virtuelle Messen und Messestände "interessante Möglichkeiten". Die Erwartungshaltung an das 2020 bei Kunden erstmals eingesetzte Produkt "VIRTUALEXPO" aus der Kooperation mit der in Brandenburg ansässigen Software-Firma VR-Easy schraubte Schaal selbstbewusst nach oben:  Es sei "in dieser Qualität einzigartig" und "konkurrenzlos". 

Die VR-Angebote von artistic werbewelten zielen auf ein großes Publikum ab, wie Art Director Carlo Di Gianvittorio erklärte. Er definierte die Messe als Ort für den persönlichen Kontakt, Handelsplatz und Gelegenheit, mit Aktionen auf sich aufmerksam zu machen - nötigenfalls, indem "Artisten mit brennenden Hamstern jonglieren". Letzteres fiele in eiiner virtuellen Halle ohne Rauchmelder sicherlich leichter. Darum ging es Di Gianvittorio aber nicht, er wollte auf die Kombination aus Information und Unterhaltung hinaus, die klassische Messen anziehend mache. Bei der Umsetzung in der virtuellen Welt gelte es nicht nur, die richtige Mischung aus Entertainment und Fakten zu treffen, sondern auch die Schwellen für den technischen wie inhaltlichen Zugang niedrig zu halten. Was derzeit auf dem Markt sei, ordnete Di Gianvittorio zwischen zwei aus seiner Sicht untauglichen Extremen ein: Auf der einen Seite gebe es das durch einen Wust an Dateien "aufgemotzte Ausstellerverzeichnis", auf der anderen Seite sei der Spaßfaktor bei Konzepten mit VR-Brillen zwar hoch, die Nutzungsdauer aber niedrig und die Hardware noch nicht weit verbreitet sei.

Das Tool von Artistic beziehe dagegen alle gängigen Endgeräte vom Smartphone bis zum PC ein und schließe die Langeweile endloser Datenlisten aus. Die Architektur des virtuellen Raumes sei an das reale Messeerlebnis angelehnt mit einem Check-in, an dem Besucher ihre Visitenkarten abgeben und sich slbst für andere sichtbar machen können oder mit einer Lobby mit Standplänen und Kongress-Auditorium inklusive Mediathek und Suchfunktionen. In vielen Belangen sei der VR-Messe aber dem Vorbild überlegen: Ohne Bauvorschriften ließen sich an virtuellen Ständen - auch über mehrere Stockwerke - beliebig viele Schaltflächen und Auslöser für Videos, 360-Grad-Panoramen oder pdf-Kataloge grafisch ansprechend einbauen -  immer begleitet von der Möglichkeit per Video-Chat ein Gespräch zu vertiefen, während sich die Beteiligten weiter bewegen. Besser als Exponate auf konventionellen Messen seien interaktive 3D-Modelle, die "der Besucher von allen Seiten bis ins kleinste Detail betrachten" könne. Die detaillierte Nachbetrachtung des Auftritts, sei es im Rahmen eines Messestandes für die eigene Homepage, auf einem virtuellen Branchentreffen oder in Gestalt einer Hausmesse mit verschiedenen Anbietern, ermöglicht eine statistische Auswertung, wie sie bei Webseiten-Analysen, bezahlten Suchmaschineneinträgen oder Newsletter-Versand üblich ist.

Den virtuellen Rundgang durch das hauseigene Messemodell führte VR Director Manuel Fitzel. Er zeigte eine ganze Fülle an Möglichkeiten, ganze Messen und einzelne Stände nach individuellen Vorgaben zu bauen oder vorgefertigte Templates auszugestalten. Die Verbindung von aufgenommenen Fotos, Videos und gerenderten 3D-Inhalten sei kein Problem, wie er auch an einem ausgestellten 3D-Modell des eigenen Firmengebäudes  demonstrierte, das wiederum als Zugang zu einem interaktiven 360°-Video-Rundgang dient.

In der Schlussrunde mit Fragen aus dem Text-Chat kam dann das Gespräch recht schnell aufs Geld. Creative Director Alexander Krauss nannte das Einstiegspreis für einen isolierten Stand bereits bei 500 Euro. Einen in der Demo vorgestellten aufwändigeren Stand bezifferte er mit 7.000 Euro. Entscheidend sei, dass es im virtuellen Bereich bei Design und und Umgebung keine Grenzen gebe. "Wir sind nicht an irgendwelche Messegegebenheiten gebunden", so könne man den Messestand auch in die Sahara stellen und "irgendwelchen Kamelen hinterherrennen und die entdecken."

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